Im Rahmen eines Interviews mit dem "liebenswert-magazin" ist dieser schöne Artikel über uns entstanden, der einen guten Einblick in unser Leben und die Arbeit gibt.

 

An dieser Stelle noch einmal ganz lieben Dank an Constanze Brinkschulte, unsere Interviewerin!

 

Text nicht gut lesbar? Schau unter dem Bild ;-)

05. Juni 2015

!! PREMIERE !! Wir sind in der Zeitung!

Und das gleich auf einer ganzen Seite! Hier erfahrt ihr noch einige Details zu unserem Leben. Nochmal der Text, da auf den Fotos nicht gut lesbar:

 

Erlenbach. Wer durch das Hoftor der Familie von Studnitz in Erlenbach geht, betritt eine andere Welt. Inmitten eines Idylls finden dort in Not geratene Tiere ein würdevolles Zuhause. „Wir leben hier ein bisschen wie in Bullerbü“, sagt Dini von Studnitz. Es ist ein Lebenstraum, der mit jeder Menge Arbeit und Kosten verbunden ist.

Madhuri genießt jede Aufmerksamkeit. Der Bernersennen-Golden-Retriever-Mischling begrüßt jeden Besucher freundlich und setzt sich ihm am liebsten direkt auf die Füße. „Das ist seine Masche, damit er gestreichelt wird“, sagt Dini von Studnitz lachend. Die 30-Jährige ist Mutter von drei kleinen Kindern und betreibt gemeinsam mit ihrem Mann Axel (36) den Gnadenhof L(i)ebenswert.

Seit knapp vier Jahren lebt die junge Familie in Erlenbach, wo sie einen Vierseithof, dessen ältestes Gebäude aus dem Jahr 1890 stammt, gekauft hat. Madhuri ist auf dem 3000 Quadratmeter großen Grundstück aber bei weiten nicht das einzige Familienmitglied: An die 100 in Not geratene Kleintiere dürfen hier einen Lebensabend in Würde verbringen.

Beim überwiegenden Teil der Bewohner handelt es sich um Hühner aus Massentierhaltung. Die „ausgedienten“ Legehennen, die von Organisationen wie „Rettet das Huhn“ auf Gnadenhöfe wie den der Erlenbacher Familie vermittelt werden, kommen dort oftmals in einem desaströsen Zustand an: Ohne Federn, mit entzündeten Kloaken und völlig verstört. „Oftmals dauert es Monate, bis sich die Tiere erholen, viele schaffen es nicht.“ Von 20 Legehennen, die zuletzt auf dem Hof angekommen sind, starben 10 und das, obwohl die Familie mit ihren Schützlingen zum Tierarzt geht, um ihr Leben zu retten.

Auch Kaninchen, die in Versuchslabors eingesetzt wurden, leben auf dem Hof. „Wenn eine Versuchsreihe beendet ist, werden ihnen noch zehn Tage gegeben, bis sie euthanasiert werden“, erklärt Dini von Studnitz. Auch mit der Tierschutzinitiative Odenwald (TSI) mit Sitz in Rimbach arbeiten die Eheleute zusammen.

 

Spenden sind willkommen

Die Kosten für den Veterinär schlagen gemeinsam mit dem Geld, das für den Kauf von Futtermitteln gebraucht wird, besonders stark zu Buche. Deshalb hat die Familie den Verein Gnadenhof L(i)ebenswert gegründet und ist dankbar, wenn Tierfreunde dieses Projekt nicht nur mit Sachspenden oder Mithilfe auf dem Hof unterstützen, sondern auch mit Geld. Die Spenden, die bisher eingehen, decken bei weiten nicht alle Kosten. Ohne das Einkommen von Axel von Studnitz, der am Starkenburg-Gymnasium in Heppenheim Religion und Kunst unterrichtet, ginge es nicht.

Zu tun gibt es auf dem Hof jede Menge: Neben den Hühnern und Kaninchen leben dort ein weiterer Hund, eine Katze sowie Schafe, Schweine, Enten, Gänse und Meerschweinchen. Alle Tiere haben jede Menge Auslauf und werden artgerecht gefüttert. Aus der ehemaligen Wäschekammer haben die Theologen eine Futterkammer gemacht. Dort lagert die Tierkost, die die Familie zukaufen muss. Sachspenden erhält die Familie auch von der Ausgabestelle der Tafel in Rimbach. Salate, Bananen und Co., die nicht mehr an Bedürftige ausgegeben werden können, werden für die Verpflegung der Tiere verwendet - eine willkommene Unterstützung. Denn der Bedarf an Futtermitteln ist enorm. Allein die Hühner verbrauchen in der Woche rund 40 bis 50 Kilogramm Körner. Ansonsten wird auf eine artgerechte Ernährung großen Wert gelegt. Die Kaninchen knabbern besonders gerne an den Sträuchern von Haselnuss und Topinambur, die die Familie auf dem Hof angepflanzt hat. Gerade wurde auch ein Bach freigelegt, an dem sich Ente, Gans pudelwohl fühlen.

 

Der Tag auf dem Gnadenhof startet in aller Frühe. Verwunderlich ist, dass man von den Tieren eigentlich gar nichts mitbekommt. Die Eheleute schmunzeln: „Morgens und abends ist Fütterungszeit, dann wird es hier richtig laut.“ Mit den Nachbarn gibt es deswegen aber keine Probleme. Durch soziale Netzwerke wie Facebook hat der Hof schon eine gewisse Bekanntheit erreicht. „Seit von uns hin und wieder auch schon mal ein Schwein ausgebüxt und durch den Ort gelaufen ist, sind wir auch in Erlenbach bekannt geworden“, sagt Dini von Studnitz lachend.

 

Etwa drei Stunden nimmt die Versorgung der Tiere jeden Tag in Anspruch. Hinzu kommt noch eine weitere Stunde am PC, um Anfragen, die per E-Mail oder Facebook ankommen, zu beantworten. Samstags steht dann der große Hof- und Misttag auf dem Programm. Zeit für Grillpartys mit Freunden auf dem Hof? Fehlanzeige! „Abends um zehn Uhr fallen wir tot ins Bett“, sagen die beiden Tierschützer, die seit sieben Jahren überzeugte Veganer sind. Ihr Resümee fällt trotz aller Arbeit eindeutig aus: „Es gibt schon Tage, an denen wir uns fragen, warum wir uns das antun - aber die Freude überwiegt. Es ist schön zu sehen, wie die Tiere aufblühen.“

 

Spendenkonto: IBAN: DE 33 5096 1592 0002 6575 03.

Weitere Infos in Internet: http://gnadenhof-liebenswert.de.