Wenn du schon immer mal wissen wolltest, was wir den ganzen Tag hier so treiben, dann lies los!

Unser Tag beginnt je nach Aufstehlaune der Kinder zwischen 5.30 und spätestens 6.45 Uhr, da sich unser Großer dann bereits für die Schule fertig machen muss....
Nacheinander gehen wir also den normalen frühmorgendlichen Tätigkeiten einer jeden Familie nach, um alle Kinder mit frischen Klamotten und Frühstück zu versorgen. Die Hunde liegen entweder noch in ihren Körbchen, oder dürfen schon mal raus in den Hof.

 
Sobald Kind eins zur Schule gelaufen und Kind 2 zum Kindergarten gefahren wurde, kümmere ich mich gemeinsam mit Kind 3 um den Hof.
Wir beginnen unsere Runde immer unten im Garten; dort lassen wir die Enten aus ihrer in schwedenrot getünchten Blockhütte nach draußen, wobei sie gleich im Entenmarsch hintereinander zum See flitzen und schnatternd untertauchen und planschen.


Danach gehen wir zum großen Gehege der Kaninchen und Meerschweinchen, stellen den Strom, welcher in der Nacht eingeschaltet und Fressfeinde fernhalten soll, ab, und machen uns daran die Wassergefäße zu reinigen und neu zu befüllen. Ebenso werden die beiden großen Heuraufen aufgefüllt.

Nun machen wir uns wieder auf den Weg nach oben zur Futterkammer, um fürs Frühstück zu sorgen. Hier stellen wir immer verschiedene Leckerein zusammen. Frischfutter wird sortiert, schlechte Stellen rausgeschnitten und das Gemüse schnippeln wir dann klein. Ebenso gibt es im Winter auch immer getreidefreies Basistrockenfutter, gemischt mit Erbsenflocken, getrockneten Gemüse- und Obstchips und einer großen Vielfalt an getrockneten Kräutern und Blüten.


Mit zwei vollen Eimern begeben wir uns also wieder nach unten, verteilen das Futter und beobachten alle Tiere, die zu den Futterstellen kommen. Wenn sie alle auf einem Haufen sind, können wir am besten etwaige Auffälligkeiten feststellen. In dem Gewusel ist das gar nicht so einfach, aber oft bemerken wir dann z.B. ein tränendes oder entzündetes Auge und können dann direkt handeln. Auch zählen wir natürlich immer alle Tiere durch, da wir auf 100qm Größe und sehr vielen Ställen, Häusern und unterirdischen Gängen sonst nicht so den Überblick haben.


Danach machen wir uns daran, die einzelnen Ställe zu säubern oder auch bestimmte Bereiche auf dem Boden teilzumisten oder neu einzustreuen.
Sind wir damit fertig, begeben wir uns wieder hoch zu unserer Basisstation, der Futterkammer. Hier richten wir nun in verschiedenen Eimern und Schüsseln das Essen für die Hühner, Gänse und Schweine.
Es werden Körner und Salat abgefüllt, was wir dann auf dem Außengelände für unser liebes Federvieh verteilen, damit sie auch ein bisschen was zu tun haben. Schatzsuche finden sie ziemlich cool, glaube ich.


Die Schweine unterdessen bekommen in je einer Schüssel ein Grundmischung eines speziellen Minischweinfutters angerührt, in dem alle lebenswichtigen Nährstoffe enthalten sind. Dazu gibt es frisches Gemüse oder Obst.
Im Stall ist immer ganz schön was los und es ist nicht so einfach, durch den schmalen Gang zwischen all den unerschrockenen Hühnern hindurch zu gelangen, die auf den 10 Metern nach draußen mit diversen gewagten Sprüngen, Kapriolen und Antäuschmanövern versuchen, schon etwas früher ans Futter zu gelangen.
In dieser Situation muss ich Mio entweder in die Trage nehmen, oder ihn heulend vor der Stalltür stehen lassen (mamabezogene Kleinkinder in der Autonomiephase sorgen für einen extraspannenden Tag!).

 

Ist dies geschafft, so bekommen noch die aktuell vier Kaninchen in der Quarantänestation ein ebenso leckeres Menü zusammengestellt, wie die anderen.
Die Katze bekommt dann ihr Futter, soabld sie auftaucht, das muss sofort geschehen, denn ihr Gemaunze ist herzerweichend.
Zu guter Letzt sind die Schafe an der Reihe, die sich aktuell in ihrem Winterquartier in großer Scheune mit angrenzendem Auslauf befinden. Dort füllen wir Wasser auf und zupfen massig Heu von unseren großen Rundballen ab, das wir dann dorthin transportieren.


Die Hunde, die die ganze Zeit über aufgeregt um uns herum wuseln, dürfen wir natürlich auch nicht vergessen. Sie sind jetzt an der Reihe für einen Spaziergang mit Toben und bekommen im Anschluss dann natürlich auch ihr Futter.
Die Arbeit zieht sich, da wir mehrere kleine Arbeitsschritte haben, viele Wassereimer etc. schleppen müssen und wenn ein Kleinkind dabei ist, dauert alles natürlich doppelt so lang.


Sind alle Tiere satt und zufrieden, lege ich den Kleinen zum Mittagsschlaf hin, mache Hausarbeit, bereite Mittagessen vor und bald darauf kommen die anderen Kinder nach Hause bzw. müssen abgeholt werden.
Zu den Abläufen eines normalen Familienalltags mit drei Kindern und dem damit verbundenen trubelig-schön-chaotischem Tag kommen bei uns eben noch Tierarztfahrten hinzu, Futterbesorgung und ggf. Pflege kranker Tiere (im Winter ist eigentlich immer irgendein Tier krank und braucht z.B. dreimal täglich Augensalbe).


Wenn sich der ausgefüllte Tag dem Ende neigt, ist es wieder Zeit für die Abendrunde. Alle Tiere müssen eingestallt werden und alle bekommen noch einmal Futter und Heu.
Gemistet wird übrigens je nach Bedarf natürlich auch noch regelmäßig und dann, wenn wir dazu kommen. Dies muss also nicht zwingend morgens stattfinden, wir haben auch schon oft genug im Dunkeln mit Stalllampe die Mistgabel geschwungen..


Sind endlich alle Kinder im Bett, was je nach Laune auch eine Weile dauern kann, beantworte ich abends oft E-Mails, bereite Beiträge vor, recherchiere bei Bedarf zu bestimmten Krankheiten oder Verhaltensauffälligkeiten. Buchhaltung und Bürokratie gehört ja leider auch dazu..
Und dann ist unser ganz normaler Alltag vorbei und wir fallen ziemlich müde ins Bett.